Tetri Giorgi
The coat of arms of the First Republic of Georgia
The coat of arms of the First Republic of Georgia (1918-1921) depicts Tetri Giorgi on horseback slaying a dragon, a traditional Georgian symbol of protection, victory, and spiritual heritage. Today it is remembered as a symbol of Georgia’s first modern independence and early democratic statehood.
Tetri Giorgi (White George) is one of the oldest and most distinctive figures in Georgian folk religion. Although today he is identified with Saint George, his roots reach far beyond Christianity. Many scholars believe that Tetri Giorgi preserves elements of ancient pre-Christian beliefs that were gradually incorporated into the cult of Saint George after the Christianization of Georgia. Unlike the universal Christian image of Saint George as a martyr and dragon slayer, Tetri Giorgi embodies a uniquely Georgian tradition. He is associated with protection, fertility, justice, and the annual cycle of nature. In Georgian mountain regions especially, he was regarded as the patron of people, livestock, and agriculture.
One of the most remarkable celebrations dedicated to him is Tetri Giorgoba, held on 14 August in the region around Atskuri. The festival begins at sunset and continues throughout the night, coinciding with the full moon of 14-15 August. Researchers see this as evidence that the celebration preserves traditions of an earlier lunar cult. Rather than disappearing after the adoption of Christianity, these beliefs were reinterpreted through the figure of Tetri Giorgi.
The title "White" does not simply describe a colour. In many ancient cultures, white symbolized light, purity, and the celestial world. In Georgia, Tetri Giorgi became closely associated with these qualities and gradually assumed functions that had previously belonged to older deities connected with the moon and the cycle of life.
This connection is also reflected in the coat of arms of the First Democratic Republic of Georgia (1918–1921). Designed by Eugene Lansere, it depicts Tetri Giorgi on horseback, surrounded by the sun, moon, and stars. The composition combines the Christian image of Saint George with ancient Georgian cosmological symbolism, illustrating the unique synthesis of Christian faith and pre-Christian tradition that characterizes Georgian culture.
Today, Tetri Giorgi remains one of the most important figures in Georgian popular belief.
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Das Wappen der Ersten Republik Georgien (1918-1921) zeigt Tetri Giorgi zu Pferd im Kampf mit dem Drachen, ein traditionelles georgisches Symbol für Schutz, Sieg und spirituelles Erbe. Heute gilt es als Symbol der ersten modernen Unabhängigkeit und der frühen georgischen Staatlichkeit.
Tetri Giorgi (Weißer Georg) gehört zu den ältesten und bedeutendsten Gestalten der georgischen Volksreligion. Obwohl er heute mit dem Heiligen Georg gleichgesetzt wird, reichen seine Wurzeln vermutlich weit über das Christentum hinaus. Viele Wissenschaftler gehen davon aus, dass Tetri Giorgi Elemente vorchristlicher Glaubensvorstellungen bewahrt, die nach der Christianisierung Georgiens in den Georgskult integriert wurden. Im Gegensatz zum universellen christlichen Bild des Heiligen Georg als Märtyrer und Drachentöter verkörpert Tetri Giorgi eine eigenständige georgische Tradition. Er gilt als Schutzpatron der Menschen, des Viehs, der Landwirtschaft sowie als Symbol für Fruchtbarkeit, Gerechtigkeit und den Kreislauf der Natur.
Besonders in den Bergregionen Georgiens spielt seine Verehrung bis heute eine wichtige Rolle. Zu den bemerkenswertesten Festen gehört Tetri Giorgoba, das am 14. August in der Umgebung von Atskuri gefeiert wird. Die Feier beginnt bei Sonnenuntergang und dauert die ganze Nacht. Sie fällt mit dem Vollmond der Nacht vom 14. auf den 15. August zusammen. Viele Forscher sehen darin einen Hinweis darauf, dass das Fest Elemente eines älteren Mondkults bewahrt. Mit der Christianisierung verschwanden diese Vorstellungen nicht vollständig, sondern wurden in die Verehrung des Weißen Georg integriert.
Die Bezeichnung "Weiß" beschreibt dabei nicht nur eine Farbe. In vielen alten Kulturen stand Weiß für Licht, Reinheit und die himmlische Welt. In Georgien wurde Tetri Giorgi mit diesen Eigenschaften verbunden und übernahm nach und nach Funktionen, die zuvor älteren Gottheiten zugeschrieben wurden, die mit dem Mond sowie dem Kreislauf des Lebens in Verbindung standen.
Diese Verbindung spiegelt sich auch im Wappen der Ersten Demokratischen Republik Georgien (1918-1921) wider. Das von Eugene Lansere entworfene Wappen zeigt Tetri Giorgi zu Pferd, umgeben von Sonne, Mond und Sternen. Die Darstellung verbindet das christliche Motiv des Heiligen Georg mit einer älteren georgischen Kosmologie und zeigt die einzigartige Verschmelzung christlicher und vorchristlicher Traditionen in der georgischen Kultur.
Bis heute zählt Tetri Giorgi zu den wichtigsten Figuren des georgischen Volksglaubens.